Orgelpositiv mit Meissener Porzellanpfeifen

Orgelpositiv mit Meissener Porzellanpfeifen

Erbauer: Jehmlich Orgelbau Dresden / Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen
Baujahr: 2000 (opus 1140)
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Ladensystem: Schleifladen

Disposition:

 
1. Gedackt
8'
 
2. Rohrflöte
4'
 
3. Porzellanflöte
2'
 
4. Quinte
1 1/3'
 
 
 
Tonumfang: C bis g3  
geteilte Schleife bei a0/b0  
Transponiereinrichtung 415Hz / 440Hz / 465Hz

 

Entstehungsgeschichte der Porzellanpfeife

in der OrgelwerkstattDer Porzellankünstler Ludwig Zepner, langjähriger Leiter der künstlerischen Entwicklung der Meissener Manufaktur, entdeckte 1950 auf dem Dachboden der Manufaktur Bruchstücke von Porzellanorgelpfeifen. Wie sich herausstellte, waren dies Zeugnisse ergebnisloser Bemühungen von Kaendler um 1730 und Prof. Börner um 1920, Pfeifen aus Porzellan herzustellen.
Beim Bau der Porzellanpfeife bestand die Herausforderung für den Intonateur darin, das Labium so genau positionieren zu können, dass die Luftsäule im Pfeifenkörper durch den nötigen Luftstrom entsprechend in Schwingung gesetzt wird. Die hohe Kunst der Porzellanbearbeitung wurde von Ludwig Zepner für die Pfeifenherstellung weiterentwickelt, so dass es möglich war, eine geeignete keramische Form für die Pfeife zu fertigen, die Schwindung der Porzellanmasse beim Trocknen und Brennen zu beherschen und die mögliche Verformung beim Brennen zu umgehen. Damit gelang eine weltweit wohl einmalige Erfindung.
Durch die Porzellan-Manufaktur Meissen und den Jehmlich Orgelbau Dresden, wurden erstmalig die akustischen Anforderungen an den Klangkörper und die technologischen Eigenschaften des Werkstoffes Porzellan bei der Herstellung der Pfeifen in Einklang gebracht.
Es gelang eine neue, lang ersehnte Verbindung von Porzellan und Musik.

 

Porzellanpfeife Grösste Porzellanpfeife aus dem Orgelprospekt mit Schwertermarke. Höhe: 112 cm bemalte Porzellanpfeifen Möglichkeiten der Gestaltung der Pfeifen durch farbige Kristallglasuren oder durch Handbemalung.