Ev. Friedenskirche zu Radebeul-Kötzschenbroda

Ev. Friedenskirche zu Radebeul-Kötzschenbroda

Erbauer: Gebrüder Jehmlich 1928 (opus 423)
Generalinstandsetzung: Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 2000
Spieltraktur: pneumatisch
Registertraktur: pneumatisch

 

Disposition:

   
I. HAUPTWERK C-g'''   II. OBERWERK C-g'''
  1. Pommer
16'
  16. Prinzipal
8'
  2. Prinzipal
8'
  17. Quintatön
8'
  3. Gemshorn
8'
  18. Gedackt
8'
  4. Rohrflöte
8'
  19. Oktave
4'
  5. Konzertflöte
8'
  20. Rohrflöte
4'
  6. Gambe
8'
  21. Nassat
2 2/3'
  7. Oktave
4'
  22. Oktave
2'
  8. Spitzflöte
4'
  23. Terz
1 3/5'
  9. Fugara
4'
  24. Mixtur
III
10. Quinte
2 2/3'
  25. Oboe
8'
11. Oktave
2'
     
12. Cornett
III-IV
     
13. Mixtur
III-IV
     
14. Cymbel
II
     
15. Trompete
8'
     
 
     
 
     
III. SCHWELLWERK C-g'''
  PEDAL C-f'
26. Dulciana
16'
  41. Prinzipalbass
16'
27. Geigenprinzipal
8'
  42. Violonbass
16'
28. Holzflöte
8'
  43. Subbass
16'
29. Schwebeflöte *
8'
  44. Echobass (Transm.)
16'
30. Sing. Gedackt
8'
  45. Oktavbass
8'
31. Violine
8'
  46. Gedacktbass
8'
32. Vox Coeleste
8'
  47. Salicetbass
8'
33. Salicet
4'
  48. Choralbass
4'
34. Flauto traverso
4'
  49. Ital. Prinzipal
2'
35. Rohrquinte
2 2/3'
  50. Pedalmixtur
IV
36. Flachflöte
2'
  51. Posaunenbass
16'
37. Terz
1 3/5'
   
38. Quinte
1 1/3'
     
39. Sifflöte
1'
     
40. Klarinette
8'
     
         
* Holzflöte + Tremulant        
 
     
KOPPELN UND SPIELHILFEN  
Manualkoppeln: II/I, III/I, III/II  
Pedalkoppeln: I/P, II/P, III/P  
Oktavkoppeln: Ober-Oktavkoppel III/III  
  Ober-Oktavkoppel III/II  
  Unter-Oktavkoppel III/III  
  Ober-Oktavkoppel III/I  
  Ober-Oktavkoppel II/I  
  Unter-Oktavkoppel II/I  
  Pedal-Tenorkoppel III  
4 feste Kombinationen, Crescendowalze  
Pedalumschaltung  
4 freie Kombinationen  
   

 

Zur Geschichte des Instrumentes

Die 1885 von Carl Eduard Jehmlich erbaute Orgel hatte ursprünglich 2 Manuale und Pedal mit 26 Registern. 1927/28 wurde die Orgel pneumatisiert, im Tonumfang erweitert, erhielt zusätzlich ein Schwellwerk und wurde umdisponiert. Weitere Veränderungen erfolgten noch 1939 und 1954. Bis zur Restauration im Jahre 2000 hatte die Orgel 46 klingende Register auf 3 Manualen und Pedal.

 

Zur Generalinstandsetzung

Die Orgel sollte in dem gewachsenen Zustand im wesentlichen nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erhalten werden. Ziel der erforderlichen Generalinstandsetzung war es, eine zuverlässige, gute technische Funktion in den verschiedenen Systemen herzustellen. Mit wenigen Dispositionsänderungen und Ergänzungen wurde angestrebt, den romantischen Klangcharakter der Orgel wieder konsequenter auszubilden. Das Pfeifenwerk wurde komplett ausgebaut, gereinigt und überarbeitet. Metallpfeifen wurden ausgerundet, gerichtet und erhielten zum Teil Stütznähte. Die Stimmvorrichtungen wurden überarbeitet, mehrere Register erhielten neue Stimmrollen. Die Holzpfeifen wurden gereinigt, Spunde wurden nachgeleimt und kaputte Lederdichtungen erneuert. Der Abgangsapparat für alle 3 Manuale und das Pedal wurden neu hergestellt, da der Orginalapparat total vom Holzwurm zerfressen war. Die Manualklaviatur wurde neu belegt und garniert, die Pedalklaviatur neu mit Eiche belegt. Mehrere Registerschilder wurden neu beschriftet. Die Tontraktur wurde sorgfältig überarbeitet. Alle Membranen wurden ausgewechselt, sämtliche Manschetten erneuert. Undichte Windkastenspunde wurden neu beledert und 7 Stöcke neu eingerichtet. Der alte Orgelmotor wurde ausgebaut und durch einen neuen ersetzt. Die Register Gambe 8', Fugura 4' und Geigenprinzipal 8' wurden neu hergestellt und eingebaut. Die Ansprache und Klangstärke der Pfeifen wurde durch sorgfältige Nachintonation ausgeglichen, wobei der Klangcharakter im Sinne des Erbauers weitestgehend erhalten blieb. Es wurde eine ungewöhnlich hohe Stimmung von 445,2 Hz bei 18°C vorgefunden. Unter Beachtung der Pfeifenlängen wurde die Orgel auf 443 Hz bei 18°C gestimmt.