Mariä-Verkündigungs Kirche Bardo/Polen

Mariä-Verkündigungs Kirche Bardo/Polen

Erbauer: Franz-Joseph-Eberhard 1758
Christian-Gottlieb Schlag 1875
Restaurierung:
Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 2010-2013
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Ladensystem: Schleifladen

 

Disposition:

   
I. HAUPTWERK C-f'''   II. MITTELWERK C-f'''
  1. Principal
16'
  17. Quintatön
16'
  2. Bordun
16'
  18. Principal
8'
  3. Principal
8'
  19. Portunalflöte
8'
  4. Hohlflöte
8'
  20. Flaute
8'
  5. Doppelflöte
8'
  21. Gemshorn
8'
  6. Gambe
8'
  22. Salicet
8'
  7. Gemshorn
8'
  23. Octave
4'
  8. Spitzquinte
5 1/3'
  24. Portunalflöte
4'
  9. Octave
4'
  25. Quinte
2 2/3'
10. Doppelrohrflöte
4'
  26. Octave
2'
11. Gemshorn
4'
  27. Mixtur V
12. Quinte
2 2/3'
  28. Clarinette
8'
13. Octave
2'
     
14. Mixtur IV
     
15. Cornett III-IV        
16. Trompete
8'
     
 
     
III. OBERWERK C-f'''
  PEDAL C-d'
29. Liebl. Gedackt
16'
  39. Subbass
32'
30. Principal
8'
  40. Principal
16'
31. Salicional
8'
  41. Violon
16'
32. Flaut amabile
8'
  42. Gambenbass
16'
33. Octave
4'
  43. Subbass
16'
34. Flaute
4'
  44. Quintbass
10 2/3'
35. Spitzquinte
2 2/3'
  45. Octavbass
8'
36. Octave
2'
  46. Flötbass
8'
37. Mixtura III
  47. Cello
8'
38. Oboe
8'
  48. Octavbass
4'
      49. Posaune
16'
      50. Trompete
8'
 
     
KOPPELN UND SPIELHILFEN  
Koppeln: I/P, II/P, III/P  
Sperrventil Hauptwerk  
Sperrventil Mittelwerk  
Sperrventil Oberwerk  
Sperrventil Pedal  
Sperrventil Groß Pedal  
Windablass  
Calcantenglocke  
   
Tonhöhe 439 Hz bei 18°C  

 

Zur Geschichte der Orgel

Erbaut wurde die Orgel ursprünglich in den Jahren 1755-1758/59 durch den Breslauer Orgelbauer Franz Joseph Eberhard. Verteilt auf drei Manuale und Pedal, verfügte das Instrument bei seiner Fertigstellung über 50 Register. Die Gesamtkosten betrugen 18.000 Taler. Der Orgelprospekt wurde von dem Bildhauer Henryk Hartmann und seinem Sohn Johann gefertigt. 1875 wurde die Orgel von Christian Gottlieb Schlag unter Beibehaltung des Gehäuses und eines Teils des Pfeifenwerkes weitgehend umgebaut. Der Tonumfang wurde erweitert und die Tonhöhe erniedrigt. Windladen und Trakturen wurden erneuert. Die Anzahl der Register blieb mit 49 annähernd gleich.

Das Instrument stellt im gewachsenen Bestand ein Denkmal von kultur- und regionalgeschichtlich herausragender Bedeutung dar. Das opulent angelegte Gehäuse zählt zu den herausragendsten Leistungen des barocken Orgelbaus in Schlesien. Es beinhaltet einen Instrumentenschatz, der sowohl einen großen Teil der ursprünglichen Klangsubstanz aus dem 18.Jh. in sich birgt, als auch in seiner Gesamtheit eine in sich geschlossene handwerkliche herausragende Leistung aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. darstellt.

Orgelprospekt

Gedanken zur Restaurierung

Das Restaurierungskonzept sieht vor, die Umbauten von 1875 als gewachsenen Bestand zu belassen und diesen zu restaurieren. Seit dem Umbau des Instrumentes im Jahre 1875, wurden vermutlich lediglich durch Sauer 1938 Eingriffe in das Pfeifenwerk vorgenommen (gestempelte Pfeifen). Der Umbau durch Schlag wird als eigenständige künstlerische Leistung gewürdigt und Denkmalstatus zuerkannt. Der vermutlich von Sauer vorgenommene Austausch von Pfeifen im Registerbestand wird ebenso als gewachsener Bestand akzeptiert. Die Arbeiten werden unter Beachtung strengster denkmalpflegerischer Kriterien durchgeführt. Neben der Erfüllung einer restauratorischen und rekonstruktiven Aufgabe sehen wir unsere Verantwortung darin, dieses Instrument mit größtmöglichem Respekt zu behandeln, um es über die heutige Nutzung hinaus für kommende Generationen möglichst authentisch zu erhalten.

Beginn der Restaurierungsarbeiten in Bardo

Ausbau der Prospektpfeifen

Ausbau der ProspektpfeifenAusbau der Prospektpfeifen

Ausbau der ProspektpfeifenAusbau der Prospektpfeifen

Ausbau der Windladen

Ausbau der WindladenAusbau der Windladen

Restaurierungsarbeiten in Bardo

Restaurierung der ProspektpfeifenRestaurierung der Bälge

Restaurierungsarbeiten in der Werkstatt in Dresden

Restaurierung des Pfeifenwerks Restaurierung des Pfeifenwerks

Restaurierung der Windladen

Restaurierung der WindladenRekonstruktion Holzpfeifen-Spunde