Ev.-Luth. Kirche Brand-Erbisdorf

Ev.-Luth. Kirche Brand-Erbisdorf

Erbauer: Adam Gottfried Oehme 1770-1774
Restaurierung: Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 1994
Traktur: mechanisch
Ladensystem: Schleifladen

 

Disposition:

   
I. MANUAL C,D-c3   II. MANUAL C,D-c3
  1. Principal
8'
    9. Gedackt
8'
  2. Rohrfloeth
8'
  10. Oktava
4'
  3. Quintadena
8'
  11. Rohrfloeth
4'
  4. Prästant
4'
  12. Nasat
3'
  5. Quinta
3'
  13. Octava
2'
  6. Octava
2'
  14. Quinta
1 1/2'
  7. Cornet ab c'
IV
  15. Suffloet
1'
  8. Mixtur
IV
  16. Sesquialtera
4/3', 1 3/5'
      17. Mixtur
III
 
     
PEDAL C,D-e1
     
18. Subbass
16'
     
19. Octavenbass
8'
     
20. Posaunenbass
16'
     
21. Trompetenbass
8'
     
 
     
NEBENZÜGE UND SPIELHILFEN  
Pedalkoppel  
Tremulant  
Klengel  
   

 

Zur Geschichte des Instrumentes

Im Jahre 1772 erbaute Adam Gottfried Oehme aus Freiberg die Orgel der Ev.-Luth. Kirche zu Brand-Erbisdorf. Oehme gilt als letzter echter und unmittelbarer Schüler / Lehrling Gottfried Silbermann´s. Folgende Reparaturen wurden im Laufe der Jahre ausgeführt:

 

1876  größere Reparatur der Orgel von Karl Traugott Stöckel, Orgelbauer in Dippoldiswalde
1900/07 Reparatur durch Schäf, Orgelbauer aus Freiberg
1993/94 begann eine umfassende Renovierung der Kirche, bei der eine Rückführung in den ursprünglichen Zustand angestrebt wurde. In dieses Vorhaben wurde auch die Orgel mit einbezogen.

 

Restaurierung- & Rekonstruktionsarbeiten

Spielschrank nach der Restauration Das Pfeifenwerk war durchweg in einem sehr schlechten Zustand und bedurfte einer grundlegenden Überarbeitung. Der Zinkprospekt (Prinzipal 8' C,D-c3 und Prästant 4' C,D-A) und die drei nicht mehr originalen Register Zimbel 3-fach, Quinte 2 2/3' und Terz 4/5' -1 3/5' wurden durch die neuen Register Quinta 3', Sesquialter 4/5'-1 3/5' und Mixtur 3-fach in alter Legierung und Mensur ersetzt (Vorbild waren die beiden Oehme-Orgeln in Cämmerswalde und Zethau). Die Holzpfeifen waren stark vom Wurm befallen. Originalpfeifen wurden mit Wurmschutzmittel und Spezialfixierung behandelt und zu erneuernde Pfeifen nach alter Mensur und Bauart rekonstruiert. Die Zungenstimmen wurden ebenfalls überholt. Die Windladen wurden in der Werkstatt komplett überarbeitet, vom Wurm befallene Holzteile behandelt und neu papiert. Die veränderten Pulpeten wurden durch originalgetreue Lederpulpeten ersetzt und die Ventile in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Die Pedalklaviatur wurde neu mit Eichenholz belegt, und die Tastenführung neu beledert. Eine neue Gebläseanlage wurde so eingebaut, dass die Orgel nun mit warmer Raumluft versorgt wird. Alle elektrischen Elemente wurden aus dem Spieltisch entfernt und der Motorschalter in das Innere der Orgel verlegt. Die originalen Registerschilder wurden freigelegt und auf neuem Papier mit Tusche nachgezeichnet. Die Orgel wurde gleichstufig temperiert gestimmt/Stimmtonhöhe von a1 bei 467 Hz /16°C.