Freiberger Dom, Kleine Orgel

Freiberger Dom, Kleine Orgel

Erbauer: Gottfried Silbermann 1718-1719
Überholung und Teilrestauration:
Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 1996-1997
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Ladensystem: Schleifladen

 

Disposition:

 
I. MANUAL C-c3
 
1. Principal
8`
 
2. Gedackt
8`
 
3. Octava
4`
 
4. Rohrflöte
4`
 
5. Nasat
2 2/3`
 
6. Octava
2`
 
7. Qvinta
1 1/3`
 
8. Sufflet
1`
 
9. Cornett ab c'
III
 
10.Mixtur
III
 
11.Cimbel
II
 
 
 
PEDAL C-c1
 
12. Subbass
16`
 
13. Posaunenbass
16`
 
14. Trompetenbass
8`
 
 
 
NEBENZÜGE
 
Tremulant
 
Pedalkoppel
 
 
 

 

Zur Geschichte des Instrumentes

Die kleine Silbermann-Orgel auf dem Lettner des Freiberger Domes gehört mit ihren 14 Registern, verteilt auf ein Manual und Pedal, zu den kleineren Werken des in den Jahren von 1683 - 1753 lebenden Sächsischen Orgelbaumeisters. Insgesamt erbaute Silbermann wahrscheinlich 51 Instrumente, von denen etwas über 30 Instrumente noch erhalten sind. Das ursprünglich für die Freiberger St. Johannis Kirche gefertigte Instrument gelangte erst im Januar 1939 in den Freiberger Dom. Der Kontrakt über den Bau der Orgel, wurde am 11. April 1718 unterzeichnet; die Orgelweihe erfolgte vermutlich im Juli 1719 . Die Bemalung des Gehäuses und die Vergoldung der Ornamente wurden im Jahre 1720 vom Maler Johann Christian Buzäus abgeschlossen. Die originale Stimmtonhöhe betrug 465 Hz. Im Jahre 1773, also 54 Jahre nach seiner Erbauung, renovierte Adam Gottfried Oehm die Orgel. Hierbei handelte es sich sicherlich um Adam Gottfried Oehme, der nach dem Tode Silbermanns dessen Werkstatt zusammen mit Johann Georg Schön weiterführte. 1857 führte Karl Traugott Stöckel aus Dippoldiswalde eine Reparatur und Reinigung des Instrumentes durch, bei der erste Veränderungen vorgenommen wurden. Es erfolgte eine Einstimmung in "gleichschwebende Temperatur", eine Pedalkoppel wurde eingebaut, die originale Pedalklaviatur wurde durch eine neue ersetzt und die originalen Spanbälge wurden durch Kastenbälge ersetzt. Im Jahre 1938 wurde das Instrument in der St. Johannis Kirche abgebaut. " Wind, Regen und Schnee dringen durch die zerbrochenen Fenster und durch das defekte Dach in das Innere der Kirche" heißt es in einem damaligen Bericht. Der Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Werner Hartenstein und des Domkantors Arthur Eger ist es zu verdanken, daß sich das Instrument heute im Dom befindet. Die Firma Eule aus Bautzen überholte die defekten Teile in der Werkstatt und baute die Orgel in den Januartagen des Jahres 1939 an ihrem heutigen Standort, auf der linken Seite des Lettners, wieder auf. Hierbei erfuhr das Instrument einige weitere Veränderungen. Durch Umhängen der Traktur, Einfügen von Cis in die Manual -und Pedalklaviatur und dem Neubau der Töne C und D, die auf Zusatzladen positioniert sind, wurde das Instrument auf Kammertonhöhe gebracht. Die Stöckelschen Kastenbälge wurden nicht mehr verwendet und die Orgel erhielt einen kleineren, im Orgelpodest untergebrachten Balg. Ein Orgelmotor zur Winderzeugung wurde in einer Nische des Mauerwerkes hinter der Orgel installiert. In den Monaten Januar bis Mai des Jahres 1997 wurde die Orgel von der Firma Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH generalüberholt und in Teilen restauriert. Aus gemeindepraktischen Gesichtspunkten wurden Stimmtonhöhe und gleichstufige Temperierung, zusammen mit den damit einhergehenden technischen Einbauten, belassen.