Evangelische Kirche Russow

Evangelische Kirche Russow

Erbauer: Johann Engelbrecht Gerhardt 1700
Restaurierung und
Rekonstruktion:

Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 2009

Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Ladensystem: Schleifladen


Disposition:

   
I. MANUAL C,D,E,F,G,A-c'''
kurze Oktave / 45 Töne
   
1. Principal
8'
     
2. Gedact
8'
     
3. Octav
4'
     
4. Gedact
4'
     
5. Nasat
3'
     
6. Suboctav
2'
   
7. Mixtur   V-VI
   
8. Dulcian
16'
   
9. Trompet
8'
   
Tremulant      
       

 

Zur Geschichte der Orgel

Orgelprospekt vor der Restaurierung

Erbaut wurde das Instrument mit 9 Registern auf einem Manual im Jahre 1700 durch Johann Engelbrecht Gerhardt. Das in typischer nord-deutscher Manier gefertigte Instrument weist eine große stilistische Nähe zu Orgeln Arp Schnitgers auf.
1703 wird die Orgel farblich gefasst und erhält spätestens Anfang des 19. Jh. ein angehängtes Pedal. 1841 wird die Farbfassung erneuert. 1892 erfährt die Orgel durch Edmund Bruder einen grundlegenden Umbau. Das originale Pfeifenwerk wird entfernt. Einzige Ausnahme bilden die Prospektpfeifen. Sie bleiben stillgelegt und mit Silberbronze überstrichen erhalten. Die Disposition des überarbeiteten Instrumentes umfasst vier neue Register. Die Balganlage wird erneuert und neben der Orgel aufgestellt. Neue Klaviaturen für Manual und Pedal werden eingebaut. Die Windlade mit den stillgelegten Schleifen und Pfeifenstöcken bleibt jedoch erhalten. Spätestens seit 1981 wurde das Instrument auf Grund seines desolaten Zustandes als unspielbar stillgelegt.

 

Die Restaurierungs - und Rekonstruktionsma▀nahmen

Ziel der Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten im Jahre 2009 war neben der Bewahrung des historischen Bestandes, eine möglichst detailgetreue Annäherung an den mutmaßlichen Erbauungszustand im Jahre 1700. Dies beinhaltete neben restauratorischen Arbeiten die Rekonstruk-tion des kompletten Innenpfeifenwerkes mit zwei Zungenregistern und einer 5-6fachen Mixtur. Das im Laufe der Geschichte angehängte Pedal entfiel. Die Rekonstruktion eines Mehrfaltenkeilbalges, der im Unterbau des Instrumentes Aufstellung fand sowie die Rekonstruktion einer stilistisch passenden Manualklaviatur und eines Tremulanten bildeten wichtige Teilelemente.

Das Gehäuse wurde ebenso wie die Farbfassung restauratorisch überarbeitet und ergänzt. Farbarchäologische Untersuchungen an den aus 99% Bleilegierung gefertigten Prospektpfeifen ergaben, dass diese ursprünglich mit Zinnfolie belegt waren. Die in den einzelnen Pfeifenfeldern jeweils in der Mitte stehenden Pfeifen wiesen zudem im Körperbereich ornamentale Verzierung und im Labienbereich Löwenköpfe auf. Die Zinnfolierung wurde erneuert, die ornamentalen Verzierungen wurden vorerst gesichert.

 

Werkstattbilder während der Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten

Rekonstruktion des Balges Restaurierung der Windlade

Restaurierung der Prospektpfeifen Restaurierung der Prospektpfeifen

Restaurierte Prospektpfeifen mit Zinnfolie Rekonstruierte Klaviatur

Restaurierung des Orgelgehäuses Restaurierte Orgel in der Werkstatt

Werkstattkonzert an der restaurierten Orgel am 23. Oktober 2009 in Dresden

Werkstattkonzert

Werkstattkonzert

Aufbau der Orgel in Russow

Aufbau der Orgel in Russow Aufbau der Orgel in Russow

restaurierte ProspektpfeifenEvangelische Kirche Russow

Orgelprospekt

Evangelische Kirche Russow

Die Wiedereinweihung der Orgel fand am Sonntag, den 6. Dezember 2009 mit einem Festgottesdienst statt.