Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH


 

Tradition und Fortschritt

MitarbeiterfotoJeder Orgelneubau stellt eine Herausforderungen dar, der wir uns mit Freude und Engagement widmen. Für jedes neu zu erbauende Instrument wird ein individuelles Konzept erarbeitet. Berücksichtigt werden neben den klanglichen Vorstellungen der zukünftigen Nutzer, sowohl Raumgröße als auch akustische und architektonische Besonderheiten des Raumes, in welchem das Instrument aufgestellt wird. Orgelbauer, Organisten, Orgelsachverständige, Architekten und Denkmalpfleger arbeiten Hand in Hand und tragen ihre Ideen zusammen. Erste Entwürfe entstehen. Sie beinhalten die Disposition der zur Verwendung gelangenden Register, sowie Zeichnungen der Prospektansicht des künftigen Instrumentes. Von der ersten Idee bis zum Beginn der Fertigung des Instrumentes ist oftmals ein weiter Weg zurück zu legen.

 

CAD-Entwurfszeichnung für Orgelneubau in der Sumida Triphonie Hall in TokyoEinweihung der Orgel mit 3 Manualen und 66 Registern im Jahr 1997 / opus 1123

Der Einsatz moderner Computertechnologie erleichtert die Entscheidungsfindung der äußeren Gestaltung des Instrumentes. Dreidimensionale Entwürfe vermitteln einen plastischen Eindruck unterschiedlichster Orgelansichten und ihrer Wirkung im Zusammenspiel mit der Architektur, den Lichtverhältnissen und der Innenausstattung des Raumes. Die Gehäuseproportionen werden festgelegt. Das Instrument wird in den Raum hinein komponiert. Der Prospektaufbau spiegelt die Verteilung der Werke im Inneren der Orgel wider. Innere und äußere Gestalt des Instrumentes stehen in einem wechselseitigen Verhältnis.

 

Werkstattgebäude Der Tradition des sächsischen Orgelbaus verpflichtet, nutzen wir die aus Generationen gewonnene Erfahrung zur ständigen Weiterentwicklung unserer Instrumente. Ob es sich um kleine tragbare Truheninstrumente, Kirchen- oder Konzertsaalorgeln handelt, immer wird ein Höchstmaß an Homogenität zwischen Klang, innerem Aufbau und äußerer Gestalt angestrebt. Die hohe Qualität der verwendeten Materialen garantiert eine zuverlässige Funktion, sowie eine auf viele Generationen angelegte Lebensdauer.
In den Entstehungsprozeß jeder neuen Orgel fließt das Spezialwissen und Können eines jeden Mitarbeiters unserer Werkstatt ein. Ein vielseitiges Team fachlich qualifizierter Handwerker ist verantwortlich für die praktische Umsetzung der anfänglichen Idee in die Wirklichkeit. Während der Fertigung in der Werkstatt bis hin zur Intonation vor Ort entsteht so eine besondere Beziehung zu jedem Instrument, die sich in Liebe zum Detail ausdrückt und einen weiteren Garanten für Qualität darstellt.

Unter der Rubrik Orgelneubauten finden Sie eine Auswahl neu erbauter Instrumente unserer Firma.

 


Die Disposition

umfaßt die Auswahl der Register. Sie zusammenzustellen ist einer der ersten Arbeitsschritte mit dem der Klangcharakter der Orgel entscheidend mitbestimmt wird. Hier stehen wir ganz in der Tradition der barocken sächsischen Silbermann Tradition ohne jedoch bedeutende nachfolgende Stilepochen wie die Romantik und die Moderne zu vernachlässigen.

Die Mensurierung

stellt den nächsten wichtigen Schritt bei der Festlegung klangbestimmender Faktoren dar. Alle für die Herstellung des Pfeifenwerkes wichtigen Maße werden individuell auf jedes Instrument abgestimmt festgelegt. Erfahrung und musikalisches Einfühlungsvermögen in die jeweiligen raumakustischen Gegebenheiten sind Voraussetzungen für ein optimales Gelingen.

Die Prospektgestaltung

erfolgt nach ästhetischen und konstruktiven Erwägungen. Im Vordergrund steht hier das Bestreben eine harmonisch ansprechende Lösung in Bezug zur Raum- und Gehäusearchitektur zu finden. Der Prospektaufbau spiegelt den inneren Werkaufbau wieder

Das Pfeifenwerk

Zusammenlöten der Pfeifenteileder Orgel wird aus Metall und oder aus Hölzern hergestellt. Zinn und Blei dienen als Grundstoffe für individuell gegossene Legierungen. Zur Verwendung kommen Legierungen zwischen 90% und 10% Zinnanteilen. An den Herstellungsmethoden für Metallpfeifen hat sich seit Jahrhunderten nichts grundlegend geändert. In einem Schmelztiegel wird das Metall eingeschmolzen bevor es zur Platten gegossen wird. Anschließend werden diese auf die gewünschte Dicke gehobelt. Körper- und Fußsegmente werden herausgeschnitten, aufgerollt und zusammengelötet. Für die Herstellung von Holzpfeifen finden einheimische Holzarten wie Eiche, Fichte, Kiefer, sowie Obstbaumhölzer Verwendung.

Die Windladen

bilden das Kernstück einer jeden Orgel. In ihnen findet die Windverteilung zu den einzelnen Pfeifen statt. Der Standort einer jeden Pfeife auf der Windlade, die Reihenfolge der einzelnen Register sowie die Pfeifenabläufe werden bei jeder Orgel individuell neu festgelegt. Jede Pfeife bekommt genügend Platz um ihren Klang optimal entfalten zu können. Der Windladenkorpus mit den Kanzellen wird aus Schichtholz hergestellt und ist somit unabhängig von den jeweiligen raumklimatischen Verhältnissen. Pfeifenstöcke, Schleifen und Dämme werden aus solidem Eichenholz hergestellt. Die Ventile aus feinstem Nadelholz. Bewährte Konstruktionsprinzipien gewährleisten eine hohe Lebensdauer.

Der Spieltisch

Einjustieren des Spieltischesist das Bindeglied zwischen Instrument und Spieler. Hier entscheidet der erste Kontakt, ob der Organist sich wohlfühlt. Optimale Hebelverhältnisse der Tasten, Übersichtlichkeit der Registerzüge sowie eine auch in Details optisch ansprechende Gestaltung sind hier ausschlaggebend. Die Übersetzungsverhältnisse der Tasten und Koppeln werden individuell konzipiert. Die Manualtasten sind zumeist mit Ebenholz und Knochen belegt. Für die Pedalklaviatur wird bevorzugt solides Eichenholz verwendet. Die Orgelbank ist höhenverstellbar und kann somit individuell auf die jeweilige Körpergröße des Orgelspielers eingestellt werden.

Die Tontraktur

Justieren der Tontrakturstellt die Verbindung zwischen Taste und Spielventil in den Windladen her. Von ihr wird insbesondere Leichtgängigkeit, gute Repetitionsfähigkeit sowie ein angenehmer Druckpunkt erwartet. Die Anschlagsdynamik entscheidet mit darüber, inwieweit der Orgelspieler die Interpretation eines Musikstückes seinen Vorstellungen entsprechend umsetzen kann. Holzmechanikwinkel mit Edelstahlachsen, Wellen, die wahlweise in Holz oder Eisen gefertigt werden, Wellenlager aus Hartholz mit ausgetuchten Achsbohrungen sowie Abstrakten aus feinjährigem Tannenholz bilden die Trakturelemente die in ihrem Zusammenwirken den Anforderungen an eine optimale Tontraktur gerecht werden.

Die Registertraktur

stellt die Verbindung zwischen Registerzug am Spieltisch und der Registerschleife auf der Windlade dar. Auch hier sind Leichtgängigkeit und präzise Funktion gefordert. Aus einheimischen und exotischen Edelhölzern formschön gedrechselte Registerzüge bilden den sichtbaren Teil der Registertraktur. Dahinter verbergen sich mit Hebelarmen versehene aufrecht stehende Holz- oder Metallwellen, die in gekapselten Kugellagern gelagert für die notwendige Leichtgängigkeit sorgen. Neben der rein mechanischen Registertraktur sind auch elektrische Systeme möglich. Diese ermöglichen über elekronische Setzer das Abspeichern und Aufrufen von unzähligen Registerkombinationen.

Das Windsystem

stellt die Lunge des Instrumentes dar. Eine optimale Dimensionierung ist Grundvoraussetzung für die Entfaltung des Pfeifenklanges. Die Windanlage bestehend aus einem elektrischen Gebläsemotor, Hauptbalg, Zwischenbälgen sowie Windladenbälgen sorgen für eine stabile Windversorgung, ohne daß hierbei ein starrer Wind entsteht, der dem Orgelklang seine Lebendigkeit nimmt. Die Verbindungskanäle werden aus schichtverleimtem Nadelholz gefertigt.

Das Gehäuse

Aufbau der Orgel in der Werkstatt bildet die äussere Hülle des Instrumentes. Neben seiner ästhetischen Funktion hat es wichtigen Einfluss auf die Klangabstrahlung des Instrumentes. Die Ausführung mit Rahmen und Füllung bietet hierfür gute Voraussetzungen. Die unterschiedlichsten Hölzer können hierbei verwendet werden. Die zusätzlich mögliche farbliche Gestaltung der Gehäuseoberfläche bietet fast unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Das Gerüstwerk

dient als Träger und als Bindeglied aller wichtigen Orgelteile. Als solide Holzkonstruktion mit handwerklich hergestellten Schlitz- und Zapfenverbindungen bildet es den Kern für eine zuverlässig funktionierende Orgel. Auf ihm ruhen die Windladen und werden die wichtigsten Teile der Ton- und Registertraktur befestigt. Entsprechend robust wird es ausgelegt.

Die Intonation

Vorintonieren und Stimmen auf der IntonierladeDie Intonation bestimmt neben den festgelegten Pfeifenmaßen und dem verwendeten Pfeifenmaterial maßgeblich den Klangcharakter des Instrumentes. Bei der Intonation werden die tonbildenden Teile einer Pfeife - wie Fußloch, Weite der Kernspalte, Aufschnitthöhe des Pfeifenmundes, Stellung von Kern und Oberlabium - exakt zueinander eingerichtet. Damit werden die Pfeifenansprache, die Klangstärke und die Klangfarbe für jede einzelne Pfeife ausgeprägt. Ein hohes musikalisches Einfühlungsvermögen des Intonateurs ist erforderlich, damit jedes Register seinen spezifischen Klangcharakter erhält und auch im Zusammenspiel der Register ein ausgewogener Gesamtklang entsteht.

Die Stimmung

Intonieren und Stimmen der Pfeifenerfolgt als letzter Schritt vor der Fertigstellung des Instrumentes. Die Pfeifen werden auf genaue Tonlänge geschnitten oder durch Stimmvorrichtungen am Pfeifenkörper auf die exakte Tonhöhe gebracht. Neben der gleichstufigen Temperierung kommt ein breites Spektrum historischen Temperierungsarten zur Hervorhebung der unterschiedlichsten Tonartencharkteristika zur Anwendung.

 

Garantie & Pflege

gehören untrennbar zur Erhaltung einer wertvollen Orgel. Für ein neu erbautes Instrument gewähren wir eine Garantie von 10 Jahren. Während dieses Zeitraums werden Reparaturen entsprechend den Garantievereinbarungen kostenlos übernommen. Darüber hinaus tragen regelmäßige Pflegen von neuen und alten Instrumenten zur Werterhaltung eines jeden Instrumentes bei. Orgelpflegen stellen für uns demnach einen unverzichtbaren und wichtigen Teil unseres Wirkens dar .

 


 

Der Tradition verpflichtet
Kulturgüter pflegen und erhalten

Spieltisch der Orgel Evang. Kirche DahlenDie Restaurierung wertvoller historischer Instrumente gehört mit zu den vordringlichsten Aufgaben unserer Werkstatt. Ihr widmen wir uns mit besonderer Sorgfalt. Nach erfolgter Bestandsaufnahme wird der geschichtliche Hintergrund eines jeden zu restaurierenden Instrumentes intensiv recherchiert. Nachforschungen über den Erbauer und das Umfeld, aus dem heraus seine Werke entstanden sind, werden angestellt. Aufbauend auf dem gewonnenen Wissen werden individuell zugeschnittene Restaurierungskonzepte erarbeitet. Hierbei lassen wir uns immer von dem Anspruch leiten., das bestehende reiche historische Erbe unserer Vorväter zu erhalten und verantwortungsbewußt an kommende Generationen weiter reichen zu wollen. Die handwerkliche und musikalische Handschrift eines jeden Meisters wird respektiert.

Hobeln der Holzoberflächen mit der RauhbankDas Erlernen dieser Handschriften wird zur Grundlage unseres eigenen Handelns. Dem Erhalt der historischen Substanz wird oberste Priorität beigemessen. Dies bedeutet im denkmalpflegerischen Sinne einen möglichst schonenden und bewahrenden Umgang mit der historischen Substanz. Dort, wo Verluste an Originalsubstanz zu verzeichnen sind, werden diese durch stil- und materialgerechte Nachbauten ersetzt. Dies kann im Einzelfall dazu führen, daß selbst historische Arbeitsmethoden wieder zum Leben erweckt werden. Die klanglichen Eigenheiten eines jeden Instrumentes werden respektiert und in einfühlsamer Weise erhalten.

originalgetreue Rekonstruktion geschmiedeter BauteileUnser Wirken beschränkt sich hierbei nicht nur auf Instrumente einer bestimmten Stilepoche, sondern umfaßt alle Epochen der Orgelbaugeschichte bis in das 20.Jh. hinein. Dort wo eine konsequente Rückführungen der Instrumente in ihren originalen Zustand nicht möglich ist, wird der gewachsene historische Bestand restauratorisch überarbeitet und den jeweiligen Erfordernissen entsprechend belassen. Als Orgelbaubetrieb mit der Erfahrung von fünf Generationen können wir auf reichhaltige Erfahrungen im Bereich der Restaurierung zurückblicken.

So konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Orgeln restauriert werden, die unter der Rubrik Restaurierungen in einer Auswahl aufgeführt sind.