Ev. Stadtkirche Dippoldiswalde


Dippoldiswalde - Info
Erbauer: Karl Traugott Stöckel (1862-1865)
Restaurierung: Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 2014-2015
Spieltraktur: pneumatisch
Registertraktur: pneumatisch
Ladensystem: Schleifladen
I. HAUPTWERK C – e3
1. Prinzipal
16'

2. Octave
8'

3. Rohrflöte
8'

4. Gamba
8'

5. Octave
4'

6. Gemshorn
4'

7. Quinte
3'

8. Octave
2'

9. Tertia
1 ⅗'

10. Mixtur
IV

11. Cornett Diskant ab c1
IV

12. Cornett Bass
IV

13. Trompete
8'

II. OBERWERK C – e3
14. Prinzipal
8'

15. Quintatön
8'

16. Gedackt
8'

17. Sanftflöte
8'

18. Octave
4'

19. Rohrflöte
4'

20. Spitzquinte
3'

21. Octave
2'

22. Mixtur
III

23. Quinte
1 ⅓'

24. Sifflöte
1'

PEDAL C – d1
25. Principalbaß
16'

26. Subbaß
16'

27. Oktavbass
8'

28. Quintatönbass
8'

29. Octavbass
4'

30. Posaunenbass
16'

KOPPELN UND SPIELHILFEN
Manualkoppel
Pedalkoppel
Schwebung ins Oberwerk
Sperrventil HW
Sperrventil OW
Klingel zum Calcant


Informationen zur Orgel

Die Orgel in der Ev.-Luth. Stadtkirche zu Dippoldiswalde wurde ursprünglich mit 28 Registern, verteilt auf 2 Manuale und Pedal, durch Karl Traugott Stöckel in den Jahren 1862 bis 1865 erbaut. Die Orgel stellt damit das größte Werk aus der Werkstatt Stöckels dar.

Sowohl die klangliche als auch die technische Konzeption der Orgelanlage weisen starke Übereinstimmungen zu Jehmlich-Orgeln aus dem gleichen Entstehungszeitraum auf.

Der außergewöhnlich hohe Erhaltungsgrad an originaler Substanz, die klare Konzeption der Orgelanlage sowie die hervorragende handwerkliche Verarbeitung aller Orgelteile machen das Instrument zu einem wertvollen Denkmal des Sächsischen Orgelbaus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Veränderungen an der Orgel durch Fa. Schlag & Söhne

Die Fa. Schlag & Söhne führte im Jahr 1873-1874 umfangreiche Reparatur- und Modernisierungsarbeiten an der Orgel aus. Diese beinhalteten eine Anpassung an den vorherrschenden Zeitgeschmack. Dabei wurden die fünf Zungenregister Englers entfernt. Sie wurden durch neue Zungenregister mit modernen „Durchschlagzungen“ ersetzt. Das Hauptwerk erhielt zusätzlich ein Register Trompete 16’.
Die Manualklaviaturen und die Pedalklaviatur Englers wurden entfernt und durch Klaviaturen neuester Bauart mit ergänzten Tasten für Cis ersetzt. Die alten Registerschilder wurden entfernt. Im Gegenzug wurden die Stirnkanten der Registerzugknöpfe ausgebohrt und mit beschrifteten Registerknöpfen aus Meissner Porzellan versehen.

Die vermutlich in der Kritik stehende „schwergängige“ Spielart der Orgel wurde durch den Einbau einer „Barkermaschine“, entsprechend neuester Entwicklungen im Orgelbau leichtgängiger gemacht. Um die Barkermaschine einbauen zu können wurde ein Teil der Wellenbrettes des Oberwerks und Hauptwerkes entfernt.
Die Transponiervorrichtung für das Rückpositiv und die vier Kammertonbässe des Pedals wurden stillgelegt. Im Gegenzug erfolgte der Einbau einer Pedalkoppel.
Die Zusammensetzung der Mixturen wurde verändert. Grundsätzlich wurden Terzchöre entfernt. Die ursprünglich 6fach angelegten Mixturen im Hauptwerk und im Pedal wurden auf 4fach reduziert. Die 3fache Mixtur im Rückpositiv entfiel und wurde gegen das Register Salicional 8’ ausgetauscht. Im Hauptwerk wurde ein bis dahin nicht vorhandenes Register Cornett 3fach eingebaut. Die Register Sedecima 1’ im Rückpositiv und im Oberwerk entfielen. Über den Windladen des Hauptwerkes wurden zwei neue Windladen mit jeweils drei Registern installiert.