Große Gottfried-Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg


Freiberg Dom - Info
Erbauer:Gottfried Silbermann 1714
Restaurierung:Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 1981-1983 und 2009-2010
Spieltraktur:mechanisch
Registertraktur:mechanisch
Ladensystem:Schleifladen
I. BRUSTWERKC, D – c3
1. Gedackt
8'

2. Principal
4'

3. Rohrflöt
4'

4. Nassat
3'

5. Octava
2'

6. Tertia
(1 ⅗')

7. Qvinta
1 ½'

8. Sufflöt
1'

9. Mixtur
III
II. HAUPTWERK C, D – c3
10. Bordun
16'

11. Principal
8'

12. Viola di Gamba
8'

13. Rohrflöt
8'

14. Octava
4'

15. Qvinta
3'

16. Sup. Octav
2'

17. Tertia
(1 ⅗')

18. Cornet ab c1
V

19. Mixtur
IV

20. Zimbeln
III

21. Trompet
8'

22. Clarin
4'
III. OBERWERK C, D – c3
23. Qvintadehn
16'

24. Principal
8'

25. Gedackt
8'

26. Qvintadehn
8'

27. Octava
4'

28. Spitzflöt
4'

29. Sup. Octav
2'

30. Flaschflöt
1'

31. Echo ab c1
V

32. Mixtur
III

33. Zimbeln
II

34. Krumhorn
8'

35. Vox humana
8'
PEDAL C, D – c1
36. Untersatz
32'

37. Princ. Bass
16'

38. Sub Bass
16'

39. Octav Bass
8'

40. Octav Bass
4'

41. Ped. Mixtur
IV

42. Posaun Bass
16'

43. Tromp. Bass
8'

44. Clar. Bass
4'
KOPPELN UND SPIELHILFEN
Tremulant durch das ganze Werk
Schwebung für das Oberwerk
Sperrventile
Schiebekoppeln III/II und I/II


Überblick über die 2009/2010 ausgeführten Arbeiten

Die von Gottfried-Silbermann 1714 fertig gestellte Orgel im Dom zu Freiberg wurde in den Jahren 1981-1983 grundlegend restauriert. Dabei wurden von den sechs vorhandenen Keilbälgen zwei restauratorisch überarbeitet und an die Windversorgung über einen Gebläsemotor angeschlossen. 1985 wurde die bis heute unveränderte musikalische Temperierung gelegt. Seither wurden neben jährlichen Pflege- und Instandhaltungsarbeiten (neben der Erneuerung der Orgelelektrik) keine größeren Arbeiten an der Orgel ausgeführt.

In Vorbereitung für das im Jahre 2014 anstehende 300jährige Jubiläum wurde eine notwendig gewordene Reinigung und Überholung durchgeführt. In diesem Zusammenhang erfolgte als eine der wesentlichen Arbeiten eine Fortführung der Restaurierung der Balganlage. Diese beinhaltete die Restaurierung der vier Keilbälge die 1983 unrestauriert blieben. Diese bereits abgeschlossenen Arbeiten ermöglichten es nun optional zur Windversorgung über Gebläsemotor einen Calcantenbetrieb aller sechs Keilbälge.

Neben einer nach 27 Jahren dringend notwendigen Generalreinigung wurden Verschleißerscheinungen an Drahtwaren in der Tontraktur (Abrieb durch tägliche Nutzung) behoben. Die ebenso einer starken Abnutzung unterliegenden Beutelpulpeten der Windladen des Groß- und des Kleinpedals wurden erneuert.

Zu den interessanten Entdeckungen während der Restaurierung der Bälge gehörten neben etlichen Inschriften im Innern der Bälge von Orgelbauern, die im Laufe der Geschichte Reparaturen an diesen ausführten, Maßlinien Gottfried Silbermanns zur Ermittlung der Faltengrößen und der Ansaugöffnung. Die von Silbermann verwendeten Hanfschnüre zur Flexung der Balgfalten waren offensichtlich nur von kurzer Haltbarkeit gewesen. Späterhin angebrachte Ergänzungen durch dickere Hanfschnüre wurden teilweise in so hoher Anzahl angebracht. Insbesondere bei den Stirnfalten führte dies dazu, dass kein Platz für neue Flexen gefunden werden konnte und nur durch partielle Holzergänzungen eine Grundlage für die Anbringung neuer (Darm-)Flexen gelegt werden konnte.

Andreas Hahn



Zustand nach der Restaurierung