Ev.-Luth. Kirche Sayda


Sayda - Info
Erbauer: Carl Jeheber / Fertigstellung durch Johann Gotthold Jehmlich 1956 (opus 1234)
Restaurierung: Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH, 2010
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Ladensystem: Schleifladen
I. HAUPTWERK C – d3
1. Principal
16'

2. Groß-Octave
8'

3. Rohrflöte
8'

4. Viola di Gamba
8'

5. Octave
4'

6. Spitzflöte
4'

7. Quinta
3'

8. Octave
2'

9. Tertia
1 ⅗'

10. Cornett (ab c1)
IV

11. Mixtur
IV
II. OBERWERK C – d3
12. Principal
8'

13. Quintatöne
8'

14. Gedackt
8'

15. Octave
4'

16. Rohrflöte
4'

17. Nassat
3'

18. Octave
2'

19. Sifflöte
1'

20. Mixtur
III
PEDAL C – d1
21. Untersatz
32'

22. Subbaß
16'

23. Principalbaß
16'

24. Octavbaß
8'

25. Posaunenbaß
16'
KOPPELN UND SPIELHILFEN
Manualkoppel
Pedal=Koppel
Schwebung
Sperrventil zum Hauptwerk
Sperrventil zum Oberwerk
Sperrventil zum Pedal
Windtheilung
Calcantenklingel

Die Tonhöhe beträgt 447,3 Hz bei 15°C, WS 85 mm
Die Orgel ist gleichstufig temperiert gestimmt.


Auszüge aus dem Restaurierungsbericht von Andreas Hahn

Vorgängerorgel

Eine Vorgängerorgel wurde offensichtlich um 1578 vom Orgelbauer Bartholomäus Zenker aus Eilenburg für 200 Gulden errichtet. Sie verfügte über 12 Stimmen, davon 9 im Manual und 3 im Pedal.

Grobgedackt 8’
Principal 4’
Spitzflöte 4’
Octave 2’
Quinte 1 ½’
Schwiegelflöte 1’
Superoctava 1’
Dulcian 16’
Cymble 4fach

Pedal

Subbaß
Posaunenbaß 8’
Quintflötleinbaß 1 1/3’(?)

Diese Orgel ging vermutlich mit dem Stadtbrand von 1599 verloren.
Über ein Nachfolgeinstrument sind keine genaueren Angaben überliefert.

Enstehungsgeschichte der Jeheber-Orgel

Am 31. August 1842 fielen große Teil der Stadt Sayda einer Feuersbrunst zum Opfer. 33 Privatwohnungen, 136 Seiten- und Nebengebäude, 52 Scheunen und der Kirchturm mit Teilen des Hauptdaches der Kirche wurden ein Raub der Flammen. 289 Familien mit 1100 Köpfen verloren ihr Obdach. Die sich zu diesem Zeitpunkt in der Kirche befindliche Orgel muss den Brand dennoch einigermaßen überstanden haben. Erst aus dem Jahre 1843 wird berichtet, dass die Kirchgemeinde „bei dem Gottesdienste die Töne der Orgel entbehren“ musste.

Der Wiederaufbau der Stadt erfolgte zügig. Im Oktober 1843 erhielt die Kirche ein neues Dach. Am 1. Juli 1844 wurde der Grundstein für den neu zu errichtenden Kirchturm gelegt und bereits 1845 waren neben dem Rathaus nur noch zwei weitere Häuser wieder zu errichten.

1846 waren die Arbeiten an der Kirche abgeschlossen, so dass im Jahre 1847 mit dem Bau einer neuen Orgel begonnen werden konnte. Gedanken über eine neue Orgel machte man sich jedoch bereits vier Jahre früher. Das Deckblatt eines der beiden – aus dem Jahre 1843 erhaltenen – Kostenangebote trägt den vorsichtig formulierten Titel „Dispositionen zu dem beabsichtigten Neubau der Orgel zu Stadt Sayda“. Eingereicht wurde dieses Kostenangebot von Christian Friedrich Göthe aus Borstendorf am 1. Dezember 1843. Knapp zwei Wochen zuvor, am 19. November, hatte bereits Carl Gottlieb Jeheber aus Friedebach sein Kostenangebot eingereicht. Beide Orgelbauer bieten jeweils zwei unterschiedlich große Orgeln an.Jeheber unterbietet Göthel beim Angebot für die größere Orgel. Göthel verlangt für seine mit 28 Registern disponierte größere Orgel 2600 Thaler. Jeheber bietet eine 25 Register Orgel für 2000 Thaler an. Hinzu kommen die von beiden Bewerbern üblicherweise nicht ausgepreisten und von der Gemeinde zu tragenden Kosten für Bälgetreter, Kost und Logis für die Orgelbauer sowie die Materialien zur Herstellung der Orgel. Die Anfrage nach Kostenvoranschlägen für unterschiedlich große Orgel rührte vermutlich daher, dass die kleinere Orgel für die damals noch höher liegende Orgelempore angedacht war. Man entschloss sich jedoch zur Erneuerung und Tieferlegung der Orgelempore auf das heutige Niveau. Die Vorraussetzungen für die Anschaffung einer größeren Orgel waren damit geschaffen. Jeheber erhielt als günstigster Anbieter den Auftrag.

Die Schönburgschen Receßherrschaften nebst den Ephorien Annaberg, Marienberg & Frauenstein als dreizehnte (letzte) Abtheilung der Kirchen-Galerie Sachsens, Dresden 1845, in Auszügen im Pfarrarchiv Sayda vorliegend. Demnach war die Orgel seit Juli 1843 nicht mehr benutzbar.