Ev. Stadtkirche St. Nikolai Schmölln


Schmölln - Info
Erbauer:Gebrüder Jehmlich 1917 (opus 370)
Restaurierung:Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH 2010
Spieltraktur:pneumatisch
Registertraktur:pneumatisch
Ladensystem:Kegelladen
I. MANUAL C – a3
1. Principal
16'

2. Principal
8'

3. Viola di Gamba
8'

4. Flöte harm.
8'

5. Bordun
8'

6. Dolce
8'

7. Gemshorn
4'

8. Octave
4'

9. Rauschquinte
2 ⅔'

10. Mixtur
IV-V

11. Cornett
III-V

12. Trompete
8'

13. Clarine (Ext. 12)
4'

II. HAUPTWERK C – a3
14. Bordun
16'

15. Geigen Principal
8'

16. Gemshorn
8'

17. Salicional
8'

18. Rohrflöte
8'

19. Quintatön
8'

20. Traversflöte
8'

21. Aeoline
8

22. Soloflöte
4'

23. Fugara
4'

24. Waldflöte
2'

25. Progrssio
IV

26. Oboe
8'
III. MANUAL C – a3
27. Liebl. Gedackt
16'

28. Flötenprincipal
8'

29. Violine
8'

30. Konzertflöte
8'

31. Gedackt
8'

32. Fugara
8'

33. Vox coelestis
8'

34. Rohrflöte
4'

35. Geig. Principal
4'

36. Nassat
2 ⅔'

37. Piccolo
2'

38. Cymbel
III-IV

39. Trompete harm.
8'

40. Clarinette
8'
PEDAL C – f1
44. Principalbaß
16'

45. Violonbaß
16'

46. Subbaß
16'

47. Gedacktbaß (Tr. 14)
16'

48. Quintbass
10 ⅔'

49. Oktavbass
8'

50. Violoncello
8'

51. Bassflöte (Tr. 20)
8'

52. Octavbass
4'

53. Posaune
16'

54. Trompet. Bass (Tr. 12)
8'
KOPPELN UND SPIELHILFEN
Manualkoppeln: II/I, III/I, III/II
Pedalkoppeln: I/P, II/P, III/P, Pedal-Tenor-Koppel III
Superoktavkoppeln: I/I, III/II, III/III
Suboktavkoppeln: III/II

Druckregister ab, Rohrwerke ab, Crescendo ab, Koppeln ab
Generalkoppel, 2 freie Vorbereitungen
Feste Kombinationen p, mf, f, ff, Tutti, - als Fußtritte auch nur für das Pedal schaltbar
autom. Pedalumschaltung, Registereinzelabschaltung (Pedal und Koppeln)
Registertremulant für Fernflöte 8’ und Vox humana 8’
Tremulant III. Manual
Walze
Schwelltritt für II. und III. Manual
Schwelltritt für Fernwerk

Zur Geschichte der Jehmlich-Orgel in der Stadtkirche St. Nikolai Schmölln

Am 25. Juli 1916 wurde der Vertrag für einen Orgelneubau in der Stadtkirche Schmölln zwischen dem Kirchenvorstand zu Schmölln und der Firma Gebrüder Jehmlich, Hoforgelbauer Dresden, abgeschlossen.

1917 wurde die Orgel fertiggestellt und im Abnahmegutachten vom 17. September 1917 des Orgelsachverständigen Paul Gerhardt aus Zwickau die gute Qualität, insbesondere der kunstvolle Klang der Orgel, hervorgehoben.

Dies ist außerordentlich bedeutungsvoll, da die Vorbereitung und Ausführung des Orgelbaus während des 1. Weltkrieges erfolgt ist. Allen Schwierigkeiten und Einschränkungen dieser angespannten Zeit trotzend wurde ein großes Orgelwerk mit 50 Registern auf 3 Manualen und Pedal geschaffen. Welch‘ unsägliche Mühen wird die Finanzierung dieses Werkes von der Kirchgemeinde gefordert und welch‘ hohe Anforderungen die Realisierung an die Orgelbaufirma gestellt haben?

Als Ergebnis entsteht eine Orgel, die als großes romantisches Werk nicht nur für den liturgischen Gebrauch im Gottesdienst, sondern auch für eine umfangreiche konzertante Tätigkeit genutzt werden konnte.

Eine farbenreich konzipierte und dynamisch prachtvolle Disposition der Orgel, verbunden mit vielen technischen Spielhilfen, ermöglichen dem Organisten ein vielseitiges Musizieren.

Ein Jalousieschweller unterstützt die dynamischen Möglichkeiten des Orgelklanges.

Die Orgel hat im Laufe der Jahrzehnte im Gegensatz zu vielen anderen Instrumenten aus dieser Ära nur wenige Veränderungen erfahren, 1957 und 1962 erfolgten sparsame Umdisponierungen.

Der gewachsene Bestand der Orgel weist heute 54 Register aus. Davon sind 3 Register in einem derzeit stillgelegten Fernwerk angeordnet. Das wiederzubelebende Fernwerk stellt ein besonders seltenes und reizvolles Teilwerk dar, bei dem die Klänge wie aus weiter Ferne sphärisch erscheinen.

Was zeichnet diese Orgel besonders aus?

Die Orgel wurde in einer schwierigen, durch Krieg belasteten Bauzeit bereits weitsichtig für einen umfangreichen musikalischen Einsatz konzipiert. Sie stellt mit ihrer dynamisch und farbenreich breit angelegten Disposition ein wertvolles Zeugnis der romantischen Epoche dar und hat eine historisch große Bedeutung. Sie ist in dieser Orgellandschaft das größte, romantische Werk des Kirchenbezirkes. Für die stilvolle Interpretation von Orgelmusik aus den verschiedenen Epochen ist sie eine vorzügliche Ergänzung zu den bedeutenden anderen historischen Instrumenten in der Umgebung, wie z. B. der Trost-Orgel in Altenburg und der Silbermann-Orgel in Ponitz. Die Orgel der Stadtkirche Schmölln ist in ihrer technischen Anlage mit der pneumatischen Ansteuerung und mit dem aller größten Teil des Klangkörpers fast vollständig in seiner originalen Substanz erhalten.

Die meisten Orgelwerke aus dieser Zeitepoche sind durch die „Orgelbewegung“, die von einer stark rebarockisierenden Tendenz geprägt war oder dem späteren Zeitgeschmack schuldend, technisch und klanglich stark verändert worden. An der Orgel der Schmöllner Stadtkirche sind nur wenige klangliche Veränderungen bzw. Ergänzungen vorgenommen worden.

Es stellt sich deshalb heute ganz eindeutig das Anliegen:

Diese Orgel ist unter Erhaltung der historischen und gewachsenen Substanz stilgerecht nach strengen denkmalpflegerischen Gesichtspunkten zu restaurieren.

Informationen zur Restaurierung

Am 25. Juli 1916 wurde der Vertrag für einen Orgelneubau in der Stadtkirche Schmölln zwischen dem Kirchenvorstand zu Schmölln und der Firma Gebrüder Jehmlich, Hoforgelbauer Dresden, abgeschlossen. 1917 wurde die Orgel fertiggestellt und im Abnahmegutachten vom 17. September 1917 des Orgelsachverständigen Paul Gerhardt aus Zwickau die gute Qualität, insbesondere der kunstvolle Klang der Orgel, hervorgehoben.

Nach einen so langen Einsatz und den Kriegswirren im II. Weltkrieg, bedurfte es dringend einer grundlegenden Überholung, um wieder einen ordnungsgemäßen Zustand und eine zuverlässige Funktionstüchtigkeit zu erreichen.

Eine außerordentlich intensive Arbeit begann.

Die Einweihung der Orgel nach den Restaurierungsarbeiten fand am 21. August 2010 in einem Festgottesdienst statt. In der folgenden Orgelnacht interpretierten insgesamt 10 Organisten eindrucksvoll Werke verschiedenster Komponisten und Stilrichtungen.